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Mai – Die Hochsaison beginnt



Bienenschwarm im Baum

Foto: Silke Beckedorf

Bienenschwarm im Baum: Ein schöner Anblick, den es allerdings zu vermeiden gilt.

In der Imkerei gibt es in jedem Monat Aufgaben zu erledigen. Doch in keinem Monat ist der Kontakt zu den Bienen so intensiv wie im Mai. Trotzdem versuche ich, die Arbeit an den Bienen so gering wie möglich zu halten.

Das geschieht sowohl aus wohlverdientem Eigeninteresse als auch im Interesse der Bienen. Jeder Eingriff bedeutet eine Störung der Harmonie im Volk. Ich führe daher meine Völker nach dem Motto: „Wenn schon ein Eingriff, dann richtig, damit danach Ruhe ist!“


Eine Bildergalerie mit Fotos zur Bienenweide im Mai können Sie hier ansehen.>>>

Seit Januar haben wir in der Imkerei die Hochsaison vorbereitet. Jetzt muss alles parat liegen. Würden wir jetzt erst mit dem Einlöten von Mittelwänden beginnen, dann würde uns die Imkerei rasch über den Kopf wachsen. Wenn der Monat gut läuft, werden wir von unseren Bienen reich beschenkt – mit Honig und mit Ablegern. Ich versuche, überwiegend mit einjährigen Königinnen zu arbeiten. Dadurch hält sich die Schwarmneigung der Völker in Grenzen.

Natur ist in der Stadt willkommen, doch bitte nicht zu viel! Schwärme sorgen stets für Aufregung in der Nachbarschaft. Daher achten die meisten Stadtimker darauf, dass sie den Schwarmtrieb ihrer Bienen unter Kontrolle haben. Darin unterscheide ich mich mit meiner biologischen Imkerei nicht von den konventionellen Kollegen. Anfängern wird geraten, ihre Völker spätestens alle neun Tage nach Schwarmzellen durchzusehen, um den Vermehrungstrieb der Bienen unter Kontrolle zu halten.

Meine Bienenstände stehen im ganzen Stadtgebiet verteilt. Da bleibt viel Zeit auf der Straße bei der Fahrt von Standort zu Standort. Daher kontrollieren wir unsere Völker auch in der Schwarmsaison höchstens alle drei Wochen. Wir sind grundsätzlich zu zweit. Wir beschränken uns auf zwei bis drei Kontrollpunkte an jedem Volk.

Schwarmtrieb kontrollieren

Das Brutnest schaue ich mir dabei gar nicht an. Das spart Zeit und bringt die Königin nicht in Gefahr.

• Zunächst nehme ich den Honigraum ab und stelle ihn zur Seite. Dann schaue ich von oben in die Brutzarge zwischen die Gassen. Gelegentlich sind schon jetzt Spielnäpfchen oder Schwarmzellen zu erkennen.

• Dann kippe ich die Brutzarge und schaue mir das Volk von unten an. Auf diese Weise erkenne ich eine aufkommende Schwarmneigung daran, dass die Bienen am Rähmchenunterträger Wildbau in einer bogenförmigen sogenannten „Girlande“ ausbauen. Ist das Volk in Schwarmstimmung, haben die Bienen dort auch Schwarmzellen angesetzt. Diese sind von unten wunderbar zu sehen, weil sie nicht vom Rähmchenunterteil verdeckt werden.

Ist das Volk in Schwarmstimmung, dann nutze ich ausschließlich die auch „Demarée-Plan“ genannte Brutdistanzierung. Dazu nehmen wir ein schwarmlustiges Volk völlig auseinander. Dabei gehe ich in zwei Schritten vor.

1. Schritt: Alle Bienen abschlagen. Zunächst stapele ich Brut- und Honigzarge vom Beutenboden ab. Darauf stelle ich eine Leerzarge. Dann nehme ich Wabe für Wabe aus der Brutzarge und fülle die Leerzarge neu. An den Rand hänge ich eine Futterwabe und in die Mitte eine Wabe mit offener Brut. Dann schüttele ich von den Brutwaben alle Bienen in den hohen Unterboden ab. Die von Bienen befreiten Brutwaben kontrolliere ich auf Schwarmzellen, breche diese gegebenenfalls aus und hänge sie in die nebenstehende Brutzarge zurück. Auch den gesamten an den Unterleisten der Rähmchen hängenden Wildbau schneide ich ab. Dies geschieht über einem Plastiksack, den wir mit an den Stand genommen haben.

2. Schritt: Volk neu aufbauen. Wenn alle Bienen im Unterboden liegen, fülle ich den leeren Platz mit Rähmchen auf, in die Mittelwände eingelötet sind. Dann lege ich das Absperrgitter auf. Nun setze ich den Raum mit den bienenfreien Brutwaben auf den Honigraum. Hier fülle ich die leeren Plätze mit Mittelwänden oder ausgebauten Waben auf. Insgesamt brauche ich dafür eine Zarge mit Mittelwänden – sonst nichts! Daneben hat die Methode weitere Vorteile:

• Es müssen keine Völker verstellt werden. Das ist rückenfreundlich.

• Ich brauche nicht die Königin in mit Bienen übervollen Beuten zu suchen.

• Die Völker werden durch den Eingriff nicht geschwächt und lassen in ihrem Honigertrag nicht nach.

• Die nächsten drei bis vier Wochen brauche ich die distanzierten Völker nicht mehr auf Schwarmlust zu kontrollieren. Ich weiß: Hier kann nichts mehr passieren.

Auch für die Nachzucht ist die Brutdistanzierung eine feine Sache. Es stehen stets genug Waben mit verdeckelter Brut zur Bildung von Ablegern zur Verfügung.

Der Eingriff ist heftig und schafft eine neue Ordnung im Bienenvolk. Völker, die brechend voll mit Bienen, aber nicht in Schwarmstimmung sind, werden geschröpft. Dafür entnehme ich jede zweite Brutwabe mit Bienen und alle vollen Futterwaben. Das Brutnest ziehe ich auseinander und hänge in die Lücken fünf Mittelwände. Dieses Verfahren wende ich nur bei warmer Witterung an. Aus den entnommenen Bienenvölkern bilde ich Sammelbrutableger.

Das radikale Schröpfen geht zulasten des Honigertrags. Doch ich stehe auf dem Standpunkt: Lieber ein Volk mehr pro Stand versorgen müssen, als sich von der Schwarmstimmung der Völker unter Druck setzen zu lassen.

Über das Thema Schwarmvorsorge informiert auch folgender Film:


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