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Februar - Standbesuche und der Wärmehaushalt

22.04.2014

© Sabine Rübensaat

Rainer Rodenwald gibt sein Wachs in gemeinnützige Werkstätten: Dort werden Mittelwände in jedem bestellten Maß gefertigt.

Standbesuche reduzieren sich im Januar/Februar auf eine gelegentliche Rundfahrt: Ist an den Ständen alles in Ordnung? Die Beuten müssen jetzt nicht aufgemacht werden, obwohl der Bien das ohne Weiteres erträgt.

Der Wärmehaushalt ist im Winter kein Problem. Der Bien sitzt jetzt eng unter dem Futterkranz, wärmt nur sich selbst und kommt mit unglaublich wenig Futter aus. Das ändert sich dramatisch im März/April, wenn die Völker voll in Brut gehen.

Der Standort meiner Vollvölker befindet sich bevorzugt unter Bäumen, sodass ich im Schatten arbeiten kann und die Bienen einen geraden, freien Anflug haben. Steht ein Volk auch nur ein wenig hinter einem Hindernis, bleibt es kümmerlich, weil allzu viele Flugbienen bei besser sichtbaren Völkern landen: der berüchtigte Eckvolk-Effekt!

Die Anflugrichtung ist unwichtig – außer an kalten, sonnigen Frühjahrstagen! Dann müssen Sammlerinnen, die mit letzter Kraft vor dem Flugloch landen, in der Sonne sitzen, damit sie nach kurzer Erholung wieder starten und heimkommen. Im Schatten verklammen sie sofort. Darum bevorzuge ich als Flugrichtung Süd bis West.

Der Unterbau für die Völker sollte leicht transportabel sein. Bei Einzelaufstellung eignet sich eine alte Zarge aus Styropor. Vor dem Flugloch muss der Boden abgedeckt sein, mit einer Betonplatte 50 x 50 cm oder mit einem Stück beschieferter Schweißbahn vom Dachdecker, pfützenfrei verlegt. Da wächst nichts durch, ungewöhnlicher Totenfall fällt auf, und das Flugloch liegt bienengerecht über dem Boden. Bei mir passen je drei Beuten auf einen hölzernen Tragrahmen, der auf Gasbetonblocks ruht. Diese stehen auf nivelliertem Betonpflaster. Der gemeinsame Blechdeckel mit weitem Überstand schützt alles Holz optimal, ist aber etwas unhandlich.

Der Wabenbestand wird jetzt durchgearbeitet. Ich nehme jedes Honigrähmchen in die Hand und kratze den Wabenbau bis auf die Mittelwand ab. In der Kälte geht das leicht und schnell. Ausschmelzen und Mittelwändeeinlöten dauert länger. Ungedrahtete Honigwaben schneide ich bis auf die Randstreifen aus. Das Wachs sammle ich in einem 200-l-Fass. Waben, die nicht mehr gut aussehen, kommen in den Wachsschmelzer. So gewinne ich sauberes Wachs, und alle beim Abschleudern verbliebenen Honigreste landen in dem Fass. Das garantiert alljährlichen Neubau und perfekte Wabenhygiene im Honigraum.

Deckelwachs aus der vergangenen Saison und anderes brutfreies Wachs werden in alten Kochtöpfen, die keinem anderen Zweck mehr dienen, in ausreichend Wasser aufgeschmolzen. Kocht die Brühe und ist alles Wachs gelöst, dann schöpfe ich mit einem Metallsieb die gröbsten Schmutzpartikel heraus. Ist das Sieb vollständig durchgewärmt, lässt es sich über dem Topf so lange schütteln, bis alles Wachs abgelaufen ist. Dennoch verbleiben viele Schmutzpartikel im Wachskuchen. Dieser erstarrt stabil, wenn der Topf nach dem Ausdrehen der Gasflamme nicht mehr bewegt wird.

Der Wachsschmelzer hat jetzt seinen Auftritt. Unser Kreisimkerverein verleiht gegen geringe Gebühr einen professionellen Wachsschmelzer mit großem Gasbrenner. Die Möglichkeit nutze ich. In meinem sehr luftigen Schuppen sind mehr als 400 Waben in zwei Tagen durch. Der „Dampfmeister“ zieht zwar 2 kW Strom, macht aber zu wenig Dampf für wirksames Wabenschmelzen. Für den Sonnenwachsschmelzer habe ich in der Sommersaison keine Zeit.

Die Altwaben habe ich im Spätsommer entnommen und im bienendichten Schuppen gelagert. Den Wachsmotten wird es dann schon zu kühl. So kann ich im Winter die dreckigste Arbeit der Imkerei in Ruhe erledigen. Es scheint mir wie ein Wunder, wenn aus schäbigen Altwaben sauberes, duftendes Wachs entsteht.

Varroazidfreies Wachs gibt es immer noch zu wenig. Darum kommt auch mein Altwachs in die Mittelwände, mit einem Anteil von ungefähr 15 %, der Rest ist frisches Deckel- und Honigrähmchenwachs.

Kochende Natronlauge
ist sehr gefährlich. Nur bei einer Faulbrutsanierung braucht man sie unbedingt. Mir genügt ein alter Waschkessel mit warmer Waschlauge zum Reinigen der ausgeschmolzenen Rähmchen. Das Waschen muss aber sein, sonst bleiben die Rähmchen klebrig.

Mittelwändegießen
stellt für manchen Imker eine beliebte Winterbeschäftigung dar. Mir macht das zu viel Arbeit. Ab 50 kg kann man Eigenwachs professionell reinigen und umarbeiten lassen, in gemeinnützigen Werkstätten auch in geringerer Menge. Bei mir kommen in zwei Jahren gut 150 kg Wachs zusammen. Das bringe ich zu einem Profi. Da werden Mittelwände in jedem bestellten Maß gefertigt, bei meiner Menge gewalzt, nicht gegossen, denn so sind sie stabiler.

Eine Wachsanalyse bei Dr. Klaus Wallner in Hohenheim ist gar nicht so teuer. Sie ergab, dass mein Wachs frei ist von Varroaziden und Agrargiften. Jeder Imker sollte nur Mittelwände aus rückstandsfreiem Wachs verwenden!

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