Beespace in Dadant richtig einhalten: Tipps von René Schieback

09. Juli 2020

Den Beespace einhalten – das gilt nicht nur für Dadant-Beuten. Wie man den Abstand bei Rähmchen, Schied und Absperrgitter in der Großraumbeute garantiert einhält, erklärt René Schieback von der Sächsischen Imkerschule.

Lorenzo L. Langstroth, amerikanischer Imker, dokumentierte 1851 erstmalig den Bienenabstand: den Raum in der Bienenbehausung, der nicht mit Kittharz zugeklebt oder mit Waben ausgekleidet wird. Der Abstand, den die Bienen akzeptieren und nicht verbauen, liegt bei 6 bis 9 mm; hierzulande hat man sich bei der Fertigung von Beuten und Abstandshaltern auf den Zwischenwert von 7,5 mm geeinigt.

Beespace in Dadant einhalten: was, wenn nicht?

Ausgabe 11/2021

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Den Abstand auch tatsächlich einhalten – das ist leichter gesagt als getan. Es gibt, so René Schieback, immer noch Beuten zu kaufen, bei dem der Beespace nicht eingehalten wird. Imker und Imkerinnen stehen dann vor einem weniger schönen Schlamassel: Honig läuft aus, wenn man die zusammengebauten Waben entzweien möchte; oder die Bienen werden gequetscht, wenn die Rähmchen zusammengeschoben werden. Dieser unschöne Eingriff in das Bienenvolk soll verhindert werden. Wer den Beespace beachtet, kann die Bienen schneller kontrollieren und stört damit weniger!

René Schieback hat seine Imkerei vor Jahren auf das Dadant-Maß umgestellt – und möchte nicht mehr wechseln. Seine Erfahrungen zeigen ihm, worauf es beim Beespace ankommt.

Beespace in Dadant einhalten: So gelingt es

1. Imkerei-Polsternägel als Abstandshalter statt Hoffmann-Seiten

Hoffmann-Seiten können den Beespace gut einhalten – das Problem: die Bienen bauen Propolis an die Seiten. Von Durchsicht zu Durchsicht erhöht sich so der Abstand der Rähmchen immer weiter zueinander. Dagegenwirken kann man nur, wenn bei jeder Kontrolle der Stockmeißel gezogen und die Propolis von den Seiten gekratzt wird. Das kostet Zeit und stört sowohl Bienen und als auch Imker oder Imkerin!

Beespace in Dadant einhalten: Polsternägel richtig anbringen

Einfacher wird es mit Abstandshaltern, sogenannten Polsternägeln: An die richtige Stelle gesetzt, halten sie den Beespace von 7 mm ein und auch das Schieben des Brutblocks gelingt, ohne dass Bienen gequetscht werden. In der Sächsischen Imkerschule hat sich folgende Anordnung der Nägel etabliert: Sie werden je auf der rechten Seite der Rähmchen oben an den Oberträger und einmal unten an die Seite angebracht. Damit lassen sich die Rähmchen auch gedreht in die Beute hängen, z.B. bei der Futterzugabe oder beim Bilden von Ablegern. Insgesamt braucht es vier Nägel pro Rähmchen. Wer mag, kann zur Sicherheit je einen Polsternagel (5 mm) an die äußeren Seiten anbringen. Bei qualitativ hochwertigen Rähmchen ist das jedoch nicht unbedingt erforderlich.

Polsternägel
Im Video zeigt René Schieback, wie die Polsternägel anzubringen sind. Foto: Screenshot/https://www.youtube.com/watch?v=ik5sN5cSEbI

Wichtig: Der Stift der Nägel muss geriffelt sein. Ansonsten löst er sich beim Auskochen der Rähmchen in Wasser oder Natronlauge.

Beespace in Dadant: Welches Schied?

2. Qualitatives Schied – das Thermoschied

Wer Schiede aus Holz nutzt, sollte auf Qualität achten: Wenn es feucht wird im Bienenstock, neigen sie dazu sich zu verwölben. Der Beespace kann damit nicht mehr eingehalten werden. Auch einfache Styroporplatten, die mit einem Oberträger versehen wurden, sind keine Schied-Alternative. Die Bienen zerlegen nach einer Weile das Styropor. Besser ist ein Schied, das mit einer gut isolierenden Dämmschicht gefüllt und außen fest mit einer Plastik- oder Holzschicht verschlossen wurde. René Schieback verwendet einen 1 cm breiten Thermoschied, der noch Platz in der Beute lässt. Das Schied ist mit einem Hartholzrahmen umfasst, besitzt eine Dämmschicht im Inneren, auf der einen Seite eine Holzplatte, auf der anderen eine Spiegelfolie. Probleme mit dem Beespace gab es damit noch nicht.

Beespace in Dadant: Auf das Absperrgitter achten

3. Absperrgitter mit Holzrahmen

Bei Absperrgittern, die direkt auf die Rähmchenoberträger aufgelegt werden, kommen die Bienen nur durch die Wabengassen in den Honigraum. René Schieback hat errechnet: um einen Liter Nektar in den Honigraum zu bringen, müssen Bienen etwa 20.000 Mal das Gitter passieren. Wenn zwischen Rähmchen-Oberträger und Absperrgitter ein Beespace von 7 mm existiert, haben die Bienen wesentlich mehr Raum, um den Nektar in den Honigraum zu transportieren. Ein Absperrgitter mit passendem Holzrahmen bietet hier die Lösung.

Weitere Informationen zur Betriebsweise der Sächsischen Imkerschule in der Dadant-Beute erfahren Sie im Webinar-Video „So arbeiten wir im angepassten Brutraum“>>> 

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René Schieback/arn

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