So vermeiden Sie Rückstände im Honig

09. Oktober 2019 114 views

Die meisten Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe basieren auf organischen Säuren. Sie hinterlassen Rückstände im Honig. Zwar gelten diese als gesundheitlich unbedenklich, dennoch darf der Honig nicht verkauft werden.

Immer wieder wenden sich Imker an das Laves Institut für Bienenkunde in Celle und fragen, wie genau die sogenannte Wartezeit zu verstehen ist. Sie ist als Angabe auf Behandlungsmitteln gegen die Varroamilbe abgedruckt. Dabei geht es speziell um die Angabe von „0 Tagen“ auf Mitteln wie VarroMed® und OXUVAR® 5,7%. Das Bieneninstitut hat die wiederholten Nachfragen zum Anlass genommen, in einem Rundschreiben über das Thema aufzuklären. Denn die Angabe kann leicht falsch verstanden werden.

Wann sind Rückstände im Honig keine Gesundheitsgefahr?

Die Wartezeit-Angabe soll grundsätzlich sicherstellen, dass Konsumenten von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft nicht durch Arzneimittelrückstände geschädigt werden. Ist die jeweils angegebene Wartezeit verstrichen, ist demnach gewährleistet, dass festgelegte Höchstmengen von Rückständen für arzneilich wirksame Stoffe nicht überschreiten werden. Sie können unter Umständen gesundheitliche Folgen haben. Die Bienenforscher aus Celle formulieren die Definition der Wartezeit-Angabe wie folgt: „Die Wartezeit-Angabe für ein Arzneimittel gibt die Zeit an, die nach der letzten Verabreichung eines Arzneimittels an ein Tier (Biene) bis zum Zeitpunkt der Gewinnung von Lebensmitteln (Honig) von diesem Tier einzuhalten ist.“

Nach der Varroa-Behandlung keinen Honig mehr ernten

Aber was gilt nun bei der Wartezeit von „0 Tagen“? Wie ist diese Angabe zu verstehen?

Sie besagt, dass etwaige Rückstände im geernteten Honig nach der Behandlung mit den Tierarzneimitteln für den Konsumenten unschädlich sind. Aber Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass der Honig dann ohne Bedenken nach einer Behandlung noch verkauf werden darf.

Die Honigverordnung (HonigV) schreibt ganz klar vor, dass Bestandteile des Honigs nicht über ihre natürlichen Gehalte verändert sein dürfen. Rückstände von Arzneimitteln – und dazu gehören auch die organischen Säuren wie Ameisensäure, Oxalsäure oder Milchsäure – verändern aber den natürlichen Gehalt. Das gilt auch dann, wenn sie in unbedenklichem Rahmen liegen. Sie verstoßen damit gegen den Grundsatz der Honigverordnung. „Liegen die Konzentrationen organischer Säuren über deren natürlichen Gehalte im Honig, verliert ein Honig die Verkehrsfähigkeit“, teilt das Bieneninstitut mit.

Das Infoschreiben nimmt dabei explizit Bezug auf Behandlungsmittel wie etwa VarroMed® , das auch als Möglichkeit der Zwischentracht-Behandlung angeboten wird. Untersuchungen im Celler Institut haben ergeben, dass bei einer Anwendung von Varroaziden, die auf organischen Säuren basieren, der natürliche Gehalt des zum Zeitpunkt der Behandlung vorhandenen Honigs teils deutlich erhöht wird. Diese rufen unter Umständen geschmackliche Veränderungen hervor. Zudem teilen die Forscher mit: „Zwischentracht-Behandlungen hatten selbst nach anschließend einsetzender Massentracht einen negativen Effekt auf Rückstandsgehalte der später geernteten Honige.“ Sie raten dem Grundsatz zu folgen, dass nach einer Behandlung mit einem Varroazid im selben Jahr kein Honig mehr geerntet wird.

jtw



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