Völkervermehrung: Ableger aus nur einer Brutwabe

24. April 2020

Methoden der Völkervermehrung gibt es viele, zum Beispiel über einen Kunstschwarm, Königinnenableger oder starken Sammelbrutableger. Dr. Pia Aumeier plädiert hingegen für den Ableger aus nur einer Brutwabe. Hier sind sechs Gründen, warum die Bienenwissenschaftlerin damit richtig liegt. 

Grund 1: Wer seine starken Wirtschaftsvölker alle zwei bis drei Wochen mit nur einer Brutwabe sanft schröpft, erhält bei diesen die Honigleistung und mindert gleichzeitig den Schwarmtrieb. Ein Königinnenableger würde zum Beispiel zu deutlichen Honigverlusten führen. 

Grund 2: Ableger aus nur einer Brutwabe sind leichter zu pflegen als Kunstschwärme oder Sammelbrutableger. Vier Wochen nach der Bildung befinden sich kaum Bienen im Volk, sodass die Sprühbehandlung mit Oxalsäure und auch das Finden und Kennzeichnen der Königin ein Kinderspiel sind. 

Ableger aus einer Brutwabe: Leistung der Bienenvölker bleibt erhalten

Ausgabe 10/2020

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Top-Themen:

  • Auf dem Weg zum Wachsstandard?
  • Amerikanische Faulbrut
  • Milben zählen per App
  • Jungvölker überwintern

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Grund 3: Wer mehrmals schröpft, kann über die Schwarmzeit hinweg aus einem Wirtschaftsvolk drei bis fünf Ableger bilden. Eine ähnlich hohe Zahl an Jungvölkern lässt sich mit anderen Methoden nicht bilden, ohne gleichzeitig die Leistung der Wirtschaftsvölker zu mindern. 

Grund 4: Das sanfte Schröpfen mindert als anerkannte biotechnische Methode die Varroalast in den Wirtschaftsvölkern schon während der Saison. Weniger Varroen werden hingegen beim Kunstschwarm aus den Völkern gezogen, da sich zu dieser Zeit die meisten Varroen in der Brut aufhalten. 

Völkervermehrung: Aus einer Brutwabe klappt auch noch im Juli

Grund 5: Verglichen mit stark gebildeten Ablegern wachsen die aus nur einer Brutwabe gebildeten Ableger über den Sommer hinweg langsam, aber stetig an, um bis in den Oktober hinein an Volksstärke aufzuholen. Das bedeutet: ein langsamerer Anstieg der Varroen im Jungvolk und hierdurch eine geringere Gesamtbelastung mit Varroen, ein geringerer Futterverbrauch im Sommer und keine Not, das Jungvolk im August oder September noch mit einer zweiten Zarge zu erweitern.  

Grund 6: Zwar wachsen lediglich die bis Ende Mai gebildeten Ableger aus einer Brutwabe recht sicher zu überwinterungsfähigen Einheiten heran, doch auch im Juni und Juli gebildete Ableger aus nur einer Brutwabe lohnen sich: Zwei schwache Jungvölker werden im Oktober einfach zu einem starken vereinigt. Gleichzeitig kann eine Jungkönigin zum Umweiseln der Wirtschaftsvölker entnommen werden. 

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Ableger Brutwabe
Ableger aus nur einer Brutwabe müssen über ausreichend Brut und Bienen verfügen. Solch eine Brutwabe mit größtenteils verdeckelter Brut und einem handtellergroßen Bereich mit jüngster Brut eignet sich gut. Jetzt fehlen nur noch ausreichend Bienen, die man – ohne die Königin – einfach dazu schütteln kann. 

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