Mit Ablegern von Bienenvölker vergrößern Sie Ihre Imkerei und dämpfen Schwarmstimmung. Denn wenn alles blüht und die Bienen kräftig brüten, denken sie ans Schwärmen. So geht’s in zwei verschiedenen Varianten.

Die Brutflächen in den Bienenvölkern wachsen stetig und die ersten Schwärme sind in diesem Jahr ausgezogen. Alle sieben Tage steht jetzt eine Schwarmkontrolle an. Durch Schröpfen der Bienenvölker gibt man der Königin Platz zum Stiften. Außerdem sinkt die Gefahr, dass sich diese mit einem Teil des Bien auf den Weg macht, um sich eine neue Behausung zu suchen. Schröpfen bedeutet, Bienenmasse zu entnehmen und daraus Ableger zu bilden. Das dämpft nicht nur eine sich ankündigende Schwarmstimmung, sondern ist ein Mittel, die Varroabelastung im Bienenvolk zu reduzieren.

Für die Ablegerbildung gibt es zwei unterschiedliche Varianten: den einfachen Brutwabenableger oder den Sammelbrutableger – eventuell mit integrierter Königinnenzucht. Wie das geht, erläutert Dr. Otto Boecking vom LAVES Institut für Bienenkunde Celle. Er geht folgendermaßen vor:

Variante 1: Einfacher Brutwabenableger vom Bienenvolk

Für einen einfachen Brutwabenableger entnimmt man dem Bienenvolk ein oder zwei Waben mit verdeckelter und offener Brut (frischen Stiften). Aus der offenen Brut ziehen sich die Bienen innerhalb der kommenden drei Woche eine neue Königin nach. Das geschröpfte Wirtschaftsvolk erhält dafür entsprechend eine oder zwei Mittelwände zum Ersatz.

Sitzen auf der Wabe oder den Waben, die den Ableger bilden nicht genügend Bienen, kann man die Bienen einer weiteren Wabe zusätzlich in die neue Zarge (oder einen speziellen Ablegerkasten) stoßen. Wichtig: Die Königin darf nicht im Ableger landen. Sie verbleibt im Ursprungsvolk.

Die Ablegerwabe(n) kommen zusammen mit einer Futterwabe und einem Leerrähmchen (ausgebaut oder mit Mittelwand) an den Rand einer Zarge oder in einen Ablegerkasten. Die Reihenfolge sieht wie folgt aus: Brutwabe, Leerrähmchen, Futterwabe. Dann wird der Ableger an einen Ort außerhalb des Flugradius der Bienen gebracht, damit die Flugbienen nicht zurück zum Wirtschaftsvolk fliegen.

Am Ablegerstand darf das Flugloch nur gut eine “Bienenbreite” geöffnet sein. So ist das kleine Bienenvolk vor räubernden Bienen geschützt. Drei Wochen später erhält der brutfreie Ableger eine Sprühbehandlung mit Milchsäure gegen die Varroamilbe.

Variante 2: Bienenvolk aufteilen: Sammelbrutwabenableger mit integrierter Königinnenzucht

Laut Otto Boecking eignet sich das Verfahren des Sammelbrutablegers für Imker mit mehr als fünf Bienenvölkern. Man entnimmt mehreren Völkern jeweils ein bis zwei Brutwaben und achtet wiederum darauf, dass keine Königin im Sammelbrutableger landet. Die Brutwaben kommen vereint in Zarge, die dann zusammen mit einer Futterwabe gut gefüllt ist.

So hat man einen “normalen” Sammelbrutableger, der sich wie der einfache Ableger verhält, aber viel schneller stark ist und zum Wirtschaftsvolk wird.

Möchte man nun die Königinnenzucht integrieren, gilt ein strikter Ablauf:

Jedes dieser Begattungsvölkchen bekommt mindestens eine ehemaligen Brutwabe mit den vielen ansitzenden geschlüpften jungen Bienen, eine Mittelwand, eine Futterwabe und eine unbegattete Königin. Beim Verteilen der mit Bienen besetzten Waben in die vorbereiteten Begattungseinheiten erfolgt nach Angaben des Fachmanns eine Sprühbehandlung mit Milchsäure gegen die Varroamilbe.

Auch die Begattungsvölkchen werden außerhalb des Flugradius aufgestellt und nur eine “Bienenbreite” geöffnet. Boecking rät, die Begattungsableger zunächst einen Tag an einem kühlen Ort mit verschlossenem Flugloch stehen zu lassen. Dann bilden die Bienen mit der unbegatteten Königin eine Einheit.

Die Erfolgsquoten dieser Verfahren zur Völkervermehrung, Dämpfung der Schwarmstimmung und Varroa-Bekämpfung sind hoch. Voraussetzung: das Wetter spielt bei der Ablegerbildung mit! 

Mehr zum Thema Schwarmverhinderung können Sie in unserem Film zu diesem Thema erfahren: