Schlagwort: Imker

Ein Ethnologe über Imker

Warum imkern Menschen? Und warum imkern sie so, wie sie imkern? Der Ethnologe Dr. Peter Niedersteiner hat sich in seiner Dissertation nicht mit dem Wesen der Bienen, sondern mit dem von Imkerinnen und Imkern beschäftigt. Wir haben ihn zu seinen Erkenntnissen interviewt. Einen Ausschnitt aus dem Interview lesen Sie hier.

Ein Ethnologe unter Imkern

Herr Dr. Niedersteiner, was macht ein Ethnologe unter Imkern?

Dr. Niedersteiner: Ich habe festgestellt, dass es viel Literatur zu Bienen gibt, aber wenig, die sich mit den Imkerinnen und Imkern aus sozial- und kulturwissenschaflicher Sicht befasst. Das hat mich interessiert. Klassischerweise beschäftigt sich die Ethnologie mit dem kulturell Fremden, aber das hat sich geändert. Es gab dazu einige Krisen in der Wissenschaft, mit der Erkenntnis, dass sich das „Wir“ und „die Anderen“ so nicht aufrechterhalten lässt. Jetzt geht es bei der Forschung viel mehr um Selbstreflexion und darum, Erkenntnisprozesse nachvollziehbar zu machen.

Ausgabe 6/2022

Top-Themen:

  • Neue Gentechnik
  • Bestäubungsimkerei
  • Blühmischungen

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Geschenktipps Weihnachten für Imker, AdobeStock/gitusik

Last Minute-Geschenktipps für Weihnachte...

Nur noch wenige Tage bis zum Weihnachtsfest! Brauchen Sie noch Geschenkinspiration? Unsere Redaktion hat einige Last Minute-Geschenktipps für Weihnachten gesammelt, die Sie garantiert noch vor Heiligabend besorgen und zubereiten können. Mehr Geschenketipps der Redaktion finden Sie auch in Ausgabe 12/2020 des Deutschen Bienen-Journals.

Last Minute-Geschenktipps für Weihnachten: Nr. 1 Canva-Abo zur Etikettengestaltung

„Gruselig“, so der Kommentar meiner Kollegin Gesine Beuge, als ich in den Redaktions-Chat meinen neusten Entwurf eines Honigetiketts einstellte.

Last Minute-Geschenktipps für Weihnachten Imker Canva
Die Etiketten lassen sich individuell gestalten und sehen zugleich professionell aus. Screenshot von https://www.canva.com/.

Zugegeben, nicht allen Menschen scheinen meine Kreationen zu gefallen. Seitdem ich aber entdeckt habe, dass ich mit dem browserbasierten Grafikprogramm Canva kinderleicht Honigglas-Etiketten erstellen kann, fühle ich mich der Avantgarde der Etikettenkünstler zugehörig. Dabei schummle ich ein wenig: Aus Tausenden Vorlagen wähle ich eine aus und gestalte diese nach meinem Geschmack um.

Malte Frerick, Foto: Sabine Rübensaat
dbj-Redakteur Malte Frerick. Foto: Sabine Rübensaat

Das Programm bietet maximale Einfachheit bei größtmöglicher Flexibilität. Selbst die Vorgaben meiner Onlinedruckerei – www.morelabels.de – konnte ich hiermit erfüllen. Wollen Sie sich oder einem experimentierfreudigen Honigvermarkter eine Freude machen, schenken Sie die Pro-Version von Canva unter www.canva.com. Sie kostet im Monat 11,99 Euro und ist monatlich kündbar.

Malte Frerick


Last Minute-Geschenktipps für Weihnachten: Nr.2 Südindischer Honigkuchen

Ob Pralinen, Kuchen oder Kekse, ich habe schon immer gerne süße, selbst gemachte Leckereien verschenkt.…

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Alfred-Emmerer

Alfred Emmerer: Der wohl dienstälteste I...

Es gibt Grund zur Vorfreude: In der Oktoberausgabe des Deutschen Bienen-Journals erscheint das Interview mit Alfred Emmerer – dem vermutlich dienstältesten Imker Deutschlands. Seit 84 Jahren hält der in Miesbach geborene Oberbayer eigene Bienen. Beeindruckend ist nicht nur der Schatz an Imkerwissen, den der gerade noch 93-jährige bereithält. Die Geschichte, wie Emmerer zu seinem ersten Bienenvolk kam, ist ebenso spannend: Sie ist eng mit den Wirren des zweiten Weltkriegs verbunden und hat uns in der Redaktion sehr berührt. Freuen Sie sich mit uns auf eine echte Perle imkerlicher Zeitgeschichte!

Das Interview mit Alfred Emmerer haben wir im Juni in seinem Bienenhaus bei Miesbach geführt, rund 15 Kilometer vom Tegernsee entfernt. Jetzt, im August, verriet er uns am Telefon, wie seine 85. Imkersaison gelaufen ist.

Ein Interview mit dem ältesten Imker Deutschlands

Herr Emmerer, wie geht es Ihnen und Ihren Bienen?

Emmerer: Danke, es geht mir gut. Die Saison war allerdings sehr ungewöhnlich. So wenig Honig wie in diesem Jahr habe ich kaum jemals geerntet. Ich zeichne die Ergebnisse jedes einzelnen Volkes seit 1947 kontinuierlich auf und kann daher genau sagen, wie viel Honig ich im Durchschnitt pro Jahr geerntet habe. Heuer war eins der schlechtesten Jahre meiner ganzen Zeit als Imker.…

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Bienenwanderung
25. Februar 2020

Bienenwanderung: Online Standplätze find...

Die Onlinebörse bienenwanderung.de vermittelt wanderfreudige Imker an Landwirte. Sie ist nicht-kommerziell und kostenlos. Für das Jahr 2020 hat sie einige Neuerungen parat.

Das Interesse an der Nutzung der Website bienenwanderung.de steigt auch im dritten Jahr. Die Plattform ermöglicht das einfache Dating zwischen Imkern und Landwirten/Obstbauern. Die Benutzung der Webseite, der Bestäubungsservice und die Information zum Thema Bienenwanderung sind nach wie vor kostenlos.

So funktioniert bienenwanderung.de

Für das Jahr 2020 haben die Initiatoren von bienenwanderung.de einige Neuerungen umgesetzt. Das erwartet Imker und Landwirte nun:

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  • Neue Gentechnik
  • Bestäubungsimkerei
  • Blühmischungen

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Klebriger Protest
16. Januar 2020

Klebrige Protestaktion in Berlin sorgt f...

Der „klebrige Protest“ des Imkerpaars Seusing hat es auf viele Nachrichtenseiten gebracht. Sogar die Washington Post berichtet über den „sticky protest“ auf Ihrer Internetseite. Das brandenburgische Paar hatte mit Unterstützung einiger Kolleginnen und Kollegen gestern rund 2,5 Tonnen Honig zum Bundeslandwirtschaftsministerium gebracht. Nach Angaben der Imker sind etwa vier Tonnen ihrer Ernte derart hoch mit Glyphosat belastet, dass der Honig nicht mehr verkauft werden darf.

Rechtsstreit mit den Landwirten

Das Paar befindet sich zurzeit in einem Rechtsstreit mit den Landwirten. Es geht um die Frage, ob das Glyphosat entsprechend der guten fachlichen Praxis ausgebracht wurde und wer für den 60.000 Euro hohen Schaden aufkommt. Der Unmut richtet sich aber vor allem gegen die Agrarpolitik von Ministerin Julia Klöckner. Die Imker sehen darin den Hauptgrund, dass solche Situationen überhaupt entstehen. Abteilungsleiter Stefan Schulz, der die Demonstranten als Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministerium empfangen hatte, sah das Geschehene eher als Einzelfall und warnte davor, das Ansehen des deutschen Honigs durch aus seiner Sicht überzogene Diskussionen zu schädigen. Dem dbj ist zumindest noch ein weiterer Fall aus dem vergangenen Jahr bekannt, indem ein Imkerpaar aufgrund von Grenzwertüberschreitungen seinen Honig nicht mehr verkaufen konnte. Frühere Fälle zeigten zudem, dass sich betroffene Imker oft nicht melden, da sie den Verlust ihres guten Rufes und den von Kunden fürchten.…

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16. Januar 2020

Eindrücke von der Imker-Protestaktion vo...

Lesen Sie hier, was Sie in der aktuellen Ausgabe des Bienenjournal-Hefts erwartet:

» Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe

TOP-THEMEN im Juni-Heft

1. Neue Gentechnik

Die neue Gentechnik soll die Landwirtschaft produktiver und nachhaltiger machen. Sie gilt als präziser – und doch wird vor ihren Gefahren gewarnt. Dr. Eva Gelinsky erklärt, wie die Genschere funktioniert und ob die neue Technik die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen kann.

2. Bestäubungsimkerei

Imker Rainer Ohlen hat eine Ausbildung zum Bestäubungsimker gemacht. Er berichtet, wie er zu dieser Idee kam und wie seine Ausbildung ablief.

3. Blühmischungen

Sind Saatgutmischungen aus Bau- und Supermärkten dazu geeignet, um Insekten Nahrung und Lebensraum zu bieten? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Studierendenprojekt der Universität Hohenheim. Hier gibt es die Antworten.

Neugierig geworden? Dann bestellen Sie ein Testabo!

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Honig mit Glyphosat
15. Januar 2020

Honig mit Glyphosat für die Ministerin

Rund 100 Eimer mit je 25 kg unverkäuflichen Honig mit Glyphosat haben Sebastian und Camille Seusing zusammen mit Kolleginnen und Kollegen heute zum Bundeslandwirtschaftsministerium gebracht. Zumindest einen davon leerten sie auch vor dem Eingang des Ministeriums aus. Insgesamt muss das Brandenburger Imkerpaar jedoch etwa vier Tonnen Honig aufgrund zu hoher Glyphosatbelastung entsorgen– rund ein Drittel der Jahresernte. Der Imkereibetrieb war im letzten Jahr gleich zweimal durch Glyphosatspritzungen betroffen. Zunächst der Frühjahrshonig, da ein benachbarter Landwirt eine Löwenzahnwiese abgespritzt hatte, um Mais auszusehen. Später auch der Sommerhonig, da auf einem entfernteren Feld gespritzt wurde, auf dem Kornblumen blühten. Die Rückstandswerte im Honig lagen zum Teil sogar um das 152-Fache über dem Grenzwert.

Honig mit Glyphosat: Der Betrieb steht vor dem Aus

Seusings sitzen nun auf einem Schaden von rund 60.000 Euro. Sie haben inzwischen beschlossen, den Imkereibetrieb aufzugeben. Auf eine Stellungnahme der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte das Imkerpaar bislang vergebens gewartet. Bei der Aktion ließ sie sich von einem Ministeriumsmitarbeiter vertreten. „Wir sind wütend“, sagt Sebastian Seusing. „Die Aktion heute ist ein unmissverständliches Signal an Julia Klöckner und die Bundesregierung: Wir Imkerinnen und Imker nehmen es nicht mehr hin, dass im Agrarministerium die Interessen von Bayer und BASF wichtiger sind als der Schutz der Insekten und der Erhalt unserer Familienbetriebe.“…

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Imkernachwuchs: Zahl der Imker steigt in Deutschland
06. Mai 2019

Zahl der Imker in Deutschland steigt wei...

Auch im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Mitglieder des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.) an. Von 2008 bis Anfang 2019 legte die Mitgliederzahl um rund die Hälfte zu, von 80.614 auf 120.679. Der Anteil an Frauen beträgt inzwischen rund 20 Prozent.“

Damit haben wir, bezogen auf das Gebiet der alten BRD, einen Mitgliederstand erreicht, wie wir ihn letztmalig vor rund 50 Jahren verzeichnen konnten“, berichtet Geschäftsführer Olaf Lück. Allerdings weist der D.I.B. auch auf Probleme hin, die das anhaltende Interesse an der Imkerei mit sich bringt. So bezeichnet der Dachverband die Ausbildung der Anfänger in einer Pressemitteilung als „Mammutaufgabe“. Er weist darauf hin, dass eine fachliche Ausbildung in Theorie und Praxis nicht im Internet erlernbar sei.

„Wer Bienen helfen möchte, muss nicht zwangsläufig imkern“

Die rasante Entwicklung der Stadtimkerei empfinden die Verantwortlichen beim D.I.B. zudem als falsch verstandenes Naturbewusstsein. Die hohe Bienendichte könne die Gefahr einer Übertragung von Bienenkrankheiten erhöhen, wenn nicht „mit Vernunft und Fachverständnis Bienenhaltung betrieben wird“.

Lück erklärt aber: „Jeder, der Bienen helfen möchte, muss nicht zwangsläufig imkern. Aber jene, die sich dafür entscheiden, sind herzlich willkommen und müssen sich an klare gesetzliche Regeln und die gute fachliche Praxis halten. Wir als Dachverband bieten zusammen mit unseren Mitgliedsverbänden und deren Ortsvereinen die erforderliche Unterstützung.“…

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Leserreise Äthiopien

Leserreise nach Äthiopien – Wir bauen au...

Spricht man von Äthiopien, denken die meisten an Dürrekatastrophen und Kinder mit Hungerbäuchen. Die wenigsten wissen, dass Äthiopien in mancher Hinsicht auch reich ist: Mit geschätzten fünf bis zehn Millionen Bienenvölkern und gelben Blütenteppichen, die nach dem Ende der Regenzeit weite Teile des Landes überziehen beherbergt das Land mit der uralten Christenkultur auch große Schätze.

In nach Wohlstand sortierten Länderrankings landet  Äthiopien stets unter den letzten fünfzehn. Das Auswärtige Amt bezifferte das durchschnittliche Einkommen im Jahr 2012 auf etwa 370 US-Dollar pro Kopf. Gerade in den ländlichen Gebieten ist die Alphabetisierungsrate niedrig, der Zugang zu Ärzten und sauberem Wasser begrenzt. In den Städten gibt es große Slums. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft oder einfacher Arbeit. Doch selbst für Akademiker ist der Zugang zu Jobs nach Abschluss der Universität längst nicht immer gesichert, weshalb viele versuchen, das Land zu verlassen.

Die Bedingungen für Imkerei sind perfekt. Schon heute hat das Land einen der größten Bienenbestände Afrikas und produziert mit geschätzten 53.000 Tonnen pro Jahr große Mengen Honig (zum Vergleich: Die Honigproduktion Deutschlands betrug im Jahr 2010 21.000 Tonnen). Honig ist wertvoll und erzielt auf den Märkten gute Preise. Exportiert wird bislang nur wenig, obwohl Äthiopien seit einigen Jahren als exportberechtigtes Drittland für die EU gelistet ist.…

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