Schlagwort: Dr. Gerhard Liebig

Einfach Imkern Liebig, Foto: AdobeStock/andreas

Das neue „Einfach Imkern“: Interview mit...

Im Jahr 1998 veröffentlichte Dr. Gerhard Liebig seine erste Auflage von „Einfach Imkern“. Nun ist die vierte Auflage erschienen – mit einigen Änderungen. Im Gespräch mit Malte Frerick erzählt Liebig, welche Neuerungen es gibt und wie der Start vor 22 Jahren ablief.

Herr Liebig, seit Mai 2020 ist die vierte überarbeitete Auflage Ihres Klassikers „Einfach Imkern“ erhältlich. Warum vertreiben Sie das Buch im Eigenverlag?

Dr. Gerhard Liebig: Ich bin ja Rentner und habe nichts anderes zu tun (lacht). Scherz beiseite: Meine ersten Publikationen für die breite Imkerschaft – der Varroaleitfaden und die Anleitung zur Beobachtung der Waldtracht – wurden vom Landesverband Württembergischer Imker vertrieben und sehr gut nachgefragt. Damals war ich neben meiner Arbeit an der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim im Landesverband Schulungsobmann. Das Auskommen des Landesverbands lag mir zwar am Herzen. Meine vier Kinder in Studium und Ausbildung waren dann aber der wichtigere Grund, meine Bücher im Eigenverlag zu vertreiben.

Einfach Imkern von Gerhard Liebig

  • Erste Auflage erschien 1998
  • Jetzt, nach über 20 Jahren, veröffentlicht er die vierte Auflage
  • Was ist geblieben: die Grundprinzipien von Einfach Imkern
  • Das ist neu:
    • Schwerpunkt bei der Varroabekämpfung liegt nicht mehr auf der Behandlung mit Ameisensäure, sondern Oxalsäure
    • Monatsbetrachtungen in Kurzform
    • Positionen zu „Fake News“ und Hypes
  • Problematisch: Liebig stellt die Oxalsäureverdampfung vor, die in Deutschland (noch) nicht zugelassen ist

War das damals – im Jahr 1998 – einfach?

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varroen dezimierung

Letzte Varroen Dezimierung im Dezember

Im Frühwinter steht die Restentmilbung an. Der Behandlungstermin richtet sich nach dem Witterungsverlauf im November und Dezember. Er wird etwa drei Wochen nach der ersten Kälteperiode mit frostig-kalten Nächten unter Beachtung der kurzfristigen Wetterprognose festgelegt. Vor der Behandlung führe ich eine Gemülldiagnose zur Abschätzung des Befallsgrades durch. Dazu werden die Windeln sieben oder auch zweimal sieben Tage eingeschoben.

Milbenbefall: Behandeln oder nicht?

Das Ergebnis bestimmt, ob eine Behandlung durchgeführt wird. Wenn in sieben Tagen keine Milbe abfällt, behandle ich das betreffende Volk nicht. Bei den behandelten Völkern wird der ausgelöste Milbenfall über einen Zeitraum von mindestens einer Woche erfasst, um ihn dann mit dem natürlichen Milbenfall vor der Behandlung zu vergleichen. Es besteht immer ein enger Zusammenhang.

Der Umrechnungsfaktor liegt bei 500. Daraus kann abgeleitet werden, dass im Winter etwa 20 Prozent der Milben eines Volkes eines natürlichen Todes sterben. Ähnlich hoch liegt der natürliche Bienenabgang eines gesunden Volkes während des Winters.

Varroen Dezimierung: Restentmilbung notwendig

Die nach dem Konzept „Teilen und behandeln“ geführten Völker sind nach ihrer Wiedervereinigung im Oktober in der Regel die stärksten Völker und weisen den höchsten Varroabefall auf. Bei ihnen ist die Restentmilbung unbedingt notwendig.

Wenn es nur nachts kalt ist, behandle ich die Völker frühmorgens.…

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Bienenstand-mit-Plastikrabe-november-vereinsarbeit

November – Endlich Zeit für Vereinsarbei...

Die Mehrheit der Bienenhalter ist, wie ich, Mitglied in einem Imkerverein. Ich betreue die an drei Lehrbienenständen stehenden Bienenvölker, die auch als Versuchsvölker dienen, und führe dort einmal im Monat vor, was von der Aus- bis zur Einwinterung im Jahresverlauf an den Völkern zu tun ist. Außerdem sind Extrakurse für Anfänger und Fortgeschrittene im Angebot. Spätestens im November werden im Vereinsvorstand die Planungen für das kommende Jahr abgeschlossen.

Potenzial für die Gestaltung eines für die Mitglieder attraktiven Jahresprogramms bieten nach wie vor die Völkerführung im Jahresablauf sowie im Besonderen die Beobachtung und Nutzung von Frühjahrs- und Sommertrachten, die Völkervermehrung mit integrierter Königinnenaufzucht und dem Zuchtprogramm für jedermann, die Honigernte, die Gesunderhaltung der Völker durch konsequente Überwachung der Faulbrut im Vereinsgebiet und die Varroabekämpfung.

Interesse an den „wilden Verwandten“ der Honigbiene

Außerdem bieten die Beschäftigung mit den „wilden Verwandten“ der Honigbiene und mit der insektenfreundlichen Gestaltung von Gärten, die Auseinandersetzung mit der Apitherapie und der Frage, was sogenannte artgerechte und ökologische Bienenhaltung von der konventionellen unterscheidet, sowie das Spannungsfeld Imkerei und Landwirtschaft die Gelegenheit, kritisch und selbstkritisch über den Tellerrand hinauszuschauen. Beides ist unbedingt notwendig, wenn der Anspruch, Bienenhaltung sei praktizierter Natur- und Umweltschutz, eine Berechtigung haben soll. Gerade wenn man andere ermahnt, gilt grundsätzlich: Man kümmere sich auch um die Ordnung im eigenen Haus.…

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wachsarbeiten völker vereinigen

Wachsarbeiten und Völker vereinigen im O...

Es wird Zeit, die beim Einengen der Alt- und der Brutvölker angefallenen Altwaben einzuschmelzen. Das mache ich mit einem auf zwei Leerzargen gesetzten Wachsschmelztrichter. Den notwendigen Wasserdampf dafür erzeugt ein Tapetenablösegerät.

Der Dampf wird von unten in den Trichter geleitet. Nach dem Warmlaufen dauert es etwa zwanzig Minuten, bis das Wachs der in zwei Zargen aufgesetzten Altwaben geschmolzen ist. Ich fange es in einem Gefäß auf, das ich in den beiden Leerzargen untergestellt habe; den Trester sammle ich in einem zweiten Behälter. Die vom Trester befreiten Rähmchen reinige ich später in verdünnter Natronlauge und spüle sie danach gründlich mit Wasser ab. Für diese Reinigung lässt sich auch eine ausgediente, aber noch funktionsfähige Geschirrspülmaschine gut benutzen.

Das Einschmelzen von Altwaben lockt durch die entstehenden Düfte Bienen an. Deshalb sollte es tagsüber in einem geschlossenen Raum (Keller, Garage), nachts im Freien oder an einem kühlen Tag ohne Bienenflug durchgeführt werden.

So gelingt das Vereinigen

Während des Sommers ist meine Völkerzahl gewachsen. Durch Vereinigen kann ich sie wieder reduzieren. Dennoch wintere ich meist mehr Völker ein, als ich im Frühjahr ausgewintert habe. Bei den Völkern, die ich nach dem Konzept „Teilen und behandeln“ bilde, geschieht das Vereinigen durch einfaches Aufeinandersetzen. In der Regel überlebt die jüngere Königin des aufgesetzten Brutvolkes.…

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entmilben

Entmilben und Füttern im September

Im September muss ich mich um drei „Volkstypen“ (A, B und C) kümmern: Die nach der „Spätsommerpflege in vier Schritten“ geführten Altvölker (A) sitzen in zwei Zargen. Sie erhalten die letzte(n) Futtergabe(n) und werden danach ein zweites Mal mit Ameisensäure behandelt.

Die nach „Teilen und behandeln“ entstandenen Teilvölker (B) sitzen in einer Zarge und nach wie vor übereinander. Der Flugling und das Brutvolk eines geteilten Volkes erbrüten zusammen mehr Winterbienen als ein nicht geteiltes Altvolk. Die Teilvölker füttere ich im September so auf, dass sie nach ihrer Wiedervereinigung im Oktober ausreichend (= nicht zu wenig und nicht zu viel) mit Futter versorgt sind. Mit einer Gemülldiagnose im September überprüfe ich, ob hinsichtlich des Varroabefalls Gefahr im Verzug ist. Wenn ja, was eher bei den zuvor stärker befallenen und stärker brütenden Brutvölkern der Fall ist als bei den Fluglingen, schiebe ich eine Behandlung mit Ameisensäure im Dispenser nach.

Ähnliches gilt auch für die Jungvölker (C). Sie sind seit Juni bei guter Futterversorgung stetig gewachsen, haben sechs bis acht Mittelwände ausgebaut und füllen im September eine Zarge. Das genügt. Nach der letzten Futtergabe im September behandele ich sie das erste Mal mit Ameisensäure gegen die Varroa.

Auch im September geht jeder Ameisensäurebehandlung eine Gemülldiagnose voraus.…

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bienen spätsommerpflege

Bienen Spätsommerpflege im August – Vier...

Im August gibt es meist kaum Tracht. Deshalb gilt es, die anstehenden Arbeiten so durchzuführen, dass keine Räuberei ausbricht: Futter nur abends geben! Fluglöcher der schwächeren Völker klein halten!

Bei den Völkern, die ich nach der Methode „Teilen und behandeln“ gebildet habe, steht gegen Ende des Monats am Tag „x+21“ die Behandlung des brutfreien Brutvolkes an. Zuvor wird es auf eine Zarge eingeengt, die älteren Waben aus der unteren Brutraumzarge schmelze ich ein. Am Abend behandle ich das Brutvolk wie 19 Tage zuvor den Flugling. Das Brutvolk ist dann etwa zehnmal stärker befallen als sein Flugling. Wenn nach der Behandlung innerhalb von einer Woche mehr als 5.000 Milben fallen, empfehle ich eine zweite Behandlung, entweder sofort oder später mit Ameisensäure.

Mit der Fütterung beginne ich erst, wenn ich sicher bin, dass die Nachschaffungskönigin die „richtigen Eier“ legt. Sie tut es mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent.

Bienen Spätsommerpflege: Der Ablauf

Mein zweites Konzept, um die Überwinterung vorzubereiten, ist die „Spätsommerpflege in vier Schritten“: einengen – behandeln – füttern – behandeln. Dieses Konzept ist fast 20 Jahre älter als „Teilen und behandeln“. Die Wirtschaftsvölker wurden von April bis August mit zweigeteiltem Brutraum, Absperrgitter und Honigraum geführt. Im Brutraum ist das seit Ende Juli rasch schrumpfende Brutnest nach oben gerückt.…

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bienenvolk teilen und behandeln

Teilen und behandeln – Das Bienenvolk im...

Nach der Sommersonnenwende werden die Tage kürzer. Die Bienenvölker, ob jung oder alt, reagieren einheitlich mit dem Schrumpfen des Brutnestes, die stärkeren Altvölker etwas früher als die schwächeren Jungvölker. Von Ende Juli bis Mitte September drosselt die Königin eines Altvolkes ihre durchschnittliche Tageslegeleistung von vorher über 1.500 Eiern auf weniger als 500.

So entstehen Winterbienen

Wie bekommt die Königin im Stockdunkeln mit, dass die Tage kürzer werden? Woher weiß sie, dass der Winter „demnächst“ Einzug hält? Wahrscheinlich ist es eine Entscheidung, die vom Volk als Ganzem getroffen und umgesetzt wird. Bedenkenswert ist, dass keine der Arbeiterinnen im Volk, die an diesen Vorbereitungen beteiligt sind, den letzten Winter erlebt hat und auch keine von ihnen den nächsten Winter erleben wird.

Winterbienen kommen erst im Herbst zur Welt. Ihre Entstehung gleicht der der Schwarmbienen. Frisch geschlüpfte Bienen sind hungrig. Sie fressen sich mit Bienenbrot und Honig voll, produzieren Futtersaft, werden ihn aber nicht los, denn wie im Mai stößt viel Pflegepotenzial auf wenig Pflegebedarf. Der Futtersaft wird als Fetteiweißpolster im Hinterleib deponiert. Fertig ist die Winterbiene.

Wenn eine Biene keine Larven füttert, lebt sie länger, allerdings nur, wenn sie gesund zur Welt kommt und im Puppenstadium von einem Varroabefall verschont bleibt. Deshalb darf der Varroabefall der Völker während der Aufzucht der Winterbienen im Herbst die Schadensschwelle nicht überschreiten.…

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wann honig ernten

Honig ernten – Ist Juni die richtige Zei...

Im Juni gilt es, bei den regelmäßigen Schwarmkontrollen nicht nachzulassen, bei passender Gelegenheit den Frühjahrshonig zu ernten und die Jungvölker zu versorgen. Außerdem tausche ich bei den Völkern, die im Frühjahr nach unten erweitert wurden, und bei den im Oktober wiedervereinigten Völkern, die ich nach der Methode „Teilen und behandeln“ gebildet hatte, die Zargen des Brutraumes, damit die älteren Waben nach unten kommen.

Die Ernte des Frühjahrshonigs steht erst nach der Rapsblüte an. Diese Empfehlung gilt auch, wenn kein Raps vor der Tür steht. Honig wird nur geerntet, wenn er weniger als 18 Prozent Wasser enthält.

Dieses Ziel erreiche ich, wenn ich erst nach Trachtende und unmittelbar nach einem Regentag zu Besen oder Bienenflucht greife und die Honigernte an einem frühen Vormittag bei trockenem Wetter vornehme. Dabei prüfe ich die Reife des noch nicht verdeckelten Honigs mit der Spritzprobe. Fällt dabei auch nur ein Honigtröpfchen aus einer Wabe, muss die Ernte verschoben werden, auch wenn im Honigraum mehr als zwei Drittel des Honigs verdeckelt sind.

Am feuchtesten ist der Honig fast immer in den Randwaben. Wenn während der Blütentracht eine zweite oder dritte Honigraumzarge aufgesetzt wurde, ist der Honig in der oberen Zarge feuchter als darunter. Honig reift mit dem Alter, allerdings nur im Volk.…

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völkerführung schwarmzeit

Völkerführung zur Schwarmzeit – Monat Ma...

„Ein Schwarm im Mai ein Fuder Heu. Kein Schwarm im Mai, der Fuder zwei!“ Die Völkerführung während der Schwarmzeit gehört zur hohen Schule der Bienenhaltung. Mit Maßnahmen zur Vorbeugung und Verhinderung will ich die Völker vom Schwärmen abhalten, und zwar ohne dass ihre Leistungsfähigkeit dadurch gemindert wird.

Um Schwärme zu verhindern, gibt es eine Vielzahl von Rezepten: Zwischenbodenableger, Brutdistanzierung, Doppelvolk-Betriebsweise in verschiedenen Varianten, die sogenannte Purzelbaum-Imkerei und diverse Schröpfungsmethoden (Saugling, Brutling, Treibling, Fegling, Flugling). Ich habe mich nach deren gründlicher Überprüfung dafür entschieden, einmal früh, das heißt gegen Ende April/Anfang Mai, und sanft – durch die Entnahme von ein oder zwei Brutbrettern mit ansitzenden Bienen – zu schröpfen.

Schwarmkontrolle alle sieben Tage

Während der Schwarmzeit von Ende April bis Anfang Juli führe ich konsequent alle sieben Tage Schwarmkontrollen durch. Dabei setze ich zwei Baurahmen zeitlich versetzt ein. Bei zwei von drei Schwarmkontrollen entnehme ich verdeckelte Drohnenbrut. Das wirkt schwarmvorbeugend und verlangsamt den Anstieg des Varroabefalls. Wer die Drohnenbrut nicht als Varroafalle nutzt, hat im Spätsommer mindestens doppelt so viele Milben und erntet weniger Wachs.

Die Wirtschaftsvölker kontrolliere ich im Mai und Juni regelmäßig alle sieben Tage auf Schwarmstimmung. Bei der Kippkontrolle kann ich von Larven besetzte Schwarmzellen sehr leicht erkennen. Mit einer Lesebrille auf der Nase und einer LED-Taschenlampe in der Hand bleiben auch bestiftete Weiselbecher nicht unentdeckt.…

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honigraum aufsetzen bienenraum

Honigraum aufsetzen und Brutwaben entneh...

Kurz vor Beginn der ersten Massentracht wird ein Honigraum aufgesetzt. Dann geht es mit dem Erweitern Stück für Stück los. Was dabei wichtig ist, zeigen die Monatshinweise für April.

Imkern ohne Stress für Tier und Tierhalter setzt drei Dinge voraus: die richtige Beute, die richtige Biene und den richtigen Imker. Doch was ist „richtig“? Meine „richtige“ Beute wurde, ist und wird bleiben das einfache Holzmagazin mit falzlosen Zargen – in jeder ist Platz für zehn Zanderrähmchen mit langen Ohren – und mit Gitterboden. Im Honigraum verwende ich dasselbe Maß wie im Brutraum. So kann die Bauleistung im Honigraum während der Tracht zur späteren Wabenerneuerung im Brutraum verwendet werden.

Alte Waben tausche ich im Spätsommer gegen junge. Voraussetzung ist der in zwei Zargen geteilte Brutraum. Er vereinfacht auch die Völkerführung im Frühjahr und während der Schwarmzeit, die Vereinigung von Völkern im Herbst und den Ausgleich im März sowie die Bildung und Pflege von Jungvölkern. Außerdem erleichtert der zweizargige Brutraum die zweckmäßige Behandlung der Völker gegen die Varroa.

Meine „richtige“ Biene sticht nicht, schwärmt nicht und bringt (dennoch) viel Honig. Der „richtige“ Imker orientiert sich bei der Völkerführung an der Biologie der Honigbiene.

Honigraum aufsetzen, Winterfutter raus

Ausgabe 5/2022

DBJ Ausgabe 5/2022

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  • Imkerei und Landwirtschaft
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flugloch bienen im märz

Bienen im März – Pflanzen, Klima, Fluglo...

In der Regel überwintere ich meine Völker – Alt- wie Jungvölker – in zwei Zargen. Die Altvölker wurden im Vorjahr als Wirtschaftsvölker genutzt und fast alle nach der Spätsommer- und Herbstpflege im Oktober umgeweiselt. Die dazu notwendigen Königinnen sind beim Vereinigen von Jungvölkern angefallen, die aus der im Mai/Juni durchgeführten „Völkervermehrung in vier Schritten“ hervorgegangen sind.

Mit diesem Konzept werden sozusagen drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Alle Alt- und Jungvölker werden mit junger Königin und in zwei Zargen mit so viel Futtervorrat eingewintert, dass dieser (fast) immer bis zum „Großen Blühen“ reicht.

Davon profitieren auch die Altvölker, die nach der Sommerhonigernte nach dem Konzept „Teilen und behandeln“ geführt wurden. (Mehr dazu in den Kapiteln Juli bis Oktober.) Bei der Vereinigung der beiden Teilvölker im Oktober achte ich darauf, dass die gewünschte Königin am Leben bleibt. Diese Wiedervereinigung führt zu besonders starken Zwei-Zargen-Völkern bei der Ein- und damit auch bei der Auswinterung.

Die Pflanzenwelt erwacht

Das große Blühen beginnt im April

Bei Völkern, die in zwei Zargen überwintern, steht der erste Eingriff erst im April mit dem Aufsetzen des Honigraumes an. Deshalb habe ich auch im März an den Völkern selten etwas zu tun. Ich habe lediglich ihren schwindenden Futtervorrat im Blick und beobachte das Erwachen der Pflanzenwelt, deren Entwicklung sich nach Klima, Witterung und Wetter richtet.…

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bienen füttern im frühjahr bienen im februar

Bienen füttern im Frühjahr – Monat Febru...

Auch im Februar ist an den Völkern nichts oder nur wenig zu tun. Ich achte lediglich darauf, dass der Futtervorrat der Völker nicht vorzeitig zur Neige geht. Bienen füttern im Frühjahr – das ist zu beachten.

Bei der Futterkontrolle hebe ich die Völker von hinten an. Das leichteste Volk wird geöffnet, wenn es mir zu leicht erscheint. Der Verdacht bestätigt sich, wenn beim Blick von oben oder unter die aufgelegte Folie über und neben dem Bienensitz kein oder wenig verdeckeltes Futter zu sehen ist. Dann ziehe ich Waben und bestimme ihren Futtervorrat mit der „Achtelmethode“ genau.

Dazu beurteile ich jede Wabe mithilfe eines Schätzrahmens, der mit vier Gummibändern in acht gleich große Bereiche unterteilt ist, und stelle fest, wie viel Futter die Wabe auf jeder Seite noch enthält. Das Restfutter eines leichten Volkes ist meist in kleinen Portionen auf mehrere Waben verteilt.

Nach der Durchsicht zähle ich die ermittelten Achtel zusammen. Bei der Zanderwabe entspricht ein Achtel 125 Gramm Futter. Dann folgt die Überlegung, wie lange die ermittelte Futtermenge reichen wird. Dazu ist die Kenntnis der Theorie notwendig.

Brüten kostet Energie und Futter

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Januar – Neues Jahr, neuer Monatsbetrach...

Liebe Imkerinnen und Imker,

Januar Dr. Gerhard Liebig
Dr. Gerhard Liebig

36 Jahre lang habe ich mich im Süden Deutschlands als praktizierender Wissenschaftler intensiv mit den Bienen, ihrer Haltung sowie ihren vermeintlichen und tatsächlichen Problemen beschäftigt. Dasselbe tue ich jetzt seit sechs Jahren im Ruhestand, nun im Westen der Republik. Seitdem haben die – vermeintlichen – Probleme zugenommen. Das wird deutlich, wenn man die Bienenhaltung von heute nicht nur von innen, aus Sicht der Imker, sondern auch von außen betrachtet, also so, wie sie in der nicht-imkerlichen Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Die Situation der heimischen Bienenhaltung und ihr Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit sind nicht deckungsgleich. Die Schnittmenge ist relativ gering, weil sowohl bei der Betrachtung durch die Imker als auch durch die Öffentlichkeit oft nicht zwischen den vermeintlichen und den tatsächlichen Problemen unterschieden wird. Bezüglich der Betrachtung von außen wird das deutlich, wenn sich Nachbarn oder Honigkunden beim Imker nach dem Befinden seiner Völker erkundigen und nachgerade erstaunt sind, wenn sie erfahren, dass es diesen gut geht und sie nicht vom Bienensterben betroffen sind. Dieser Sachverhalt trifft allerdings nur auf Imker zu, die die Varroa im Griff haben. Das ist die Mehrheit, die „von innen“ betrachtet wenig und „von außen“ betrachtet anscheinend überhaupt nicht wahrgenommen wird.

Der anhaltende Medienhype um das massenhafte und weltweite Bienensterben hat viele Menschen veranlasst, mit der Bienenhaltung zu beginnen.…

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Bienenvolk: Die Stärke können Sie schätzen

So schätzt man die Stärke eines Bienenvo...

Stark genug zum Überwintern? Sind genug Bienen und genug Futter im Volk? Dr. Gerhard Liebig zeigt eine Methode, wie man die Stärke eines Bienenvolks richtig einschätzt.

Genug Bienen, genug Futter, wenig Varroa-Milben, frischer Wabenbau und eine junge Königin: Das sind die Voraussetzungen, damit Bienenvölker gut durch den Winter kommen. Doch wie viel ist genug? Einzuschätzen, wann ein Bienenvolk ausreichend stark ist und genug Futtervorräte angelegt hat, ist nicht so einfach. Es gibt jedoch Faustregeln, die dabei helfen.

Wie genau diese sogenannte Populationsschätzung abläuft und wie man damit Rückschlüsse darauf zieht, ob ein vermeintlich schwaches Volk mit einem anderen vereinigt werden sollte, zeigt der folgende Film von Dr. Gerhard Liebig:

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Wichtig ist, sich die Brutzargen immer von oben und von unten anzuschauen, denn der Blick von einer Seite alleine kann täuschen. Das zeigt die zweite Film:

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Wann Jungvölker zu schwach zum selbstständigen überwintern sind, weil sie zu viel Futter bekommen haben und wie man sie vereinigt, lesen Sie in der November-Ausgabe des Deutschen Bienen-Journals.

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