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August – Spätsommerpflege in vier Schritten

16.07.2017

Gemülldiagnose

Foto: Gerhard Liebig

Vor dem Start der Ameisensäurebehandlung und auch dazwischen ist eine Gemülldiagnose unerlässlich.

Im August gibt es meist kaum Tracht. Deshalb gilt es, die anstehenden Arbeiten so durchzuführen, dass keine Räuberei ausbricht: Futter nur abends geben! Fluglöcher der schwächeren Völker klein halten!

Bei den Völkern, die ich nach der Methode "Teilen und behandeln" gebildet habe, steht gegen Ende des Monats am Tag "x+21" die Behandlung des brutfreien Brutvolkes an. Zuvor wird es auf eine Zarge eingeengt, die älteren Waben aus der unteren Brutraumzarge schmelze ich ein. Am Abend behandle ich das Brutvolk wie 19 Tage zuvor den Flugling. Das Brutvolk ist dann etwa zehnmal stärker befallen als sein Flugling. Wenn nach der Behandlung innerhalb von einer Woche mehr als 5.000 Milben fallen, empfehle ich eine zweite Behandlung, entweder sofort oder später mit Ameisensäure.

Mit der Fütterung beginne ich erst, wenn ich sicher bin, dass die Nachschaffungskönigin die "richtigen Eier" legt. Sie tut es mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent.

Was jetzt noch blüht, zeigt diese Bildergalerie zur Bienenweide im August >>>

Spätsommerpflege: der Ablauf

Mein zweites Konzept, um die Überwinterung vorzubereiten, ist die "Spätsommerpflege in vier Schritten": einengen – behandeln – füttern – behandeln. Dieses Konzept ist fast 20 Jahre älter als "Teilen und behandeln". Die Wirtschaftsvölker wurden von April bis August mit zweigeteiltem Brutraum, Absperrgitter und Honigraum geführt. Im Brutraum ist das seit Ende Juli rasch schrumpfende Brutnest nach oben gerückt. Nach Mitte August gibt es in der unteren Brutraumzarge, die die älteren Waben enthält, keine oder sehr wenig Brut. Deshalb starte ich die Spätsommerpflege erst in der dritten Augustdekade.

Beim Einengen wird zuerst der Honigraum abgehoben und zur Seite gestellt. Dann kippe ich den oberen Brutraum an und informiere mich über Sitz und Ausdehnung des Brutnestes. Wenn sich im unteren Brutraum noch Brut befindet, dann unter der Mitte des oberen Brutnestes. Den oberen Brutraum hebe ich ab und stelle ihn zur Seite. Danach wird der untere Brutraum abgehoben und leicht schräg auf die umgedrehte Blechhaube gesetzt. Beim Umsetzen dieser Zarge erfasse ich Größe und Sitz der unten hängenden Bienentraube.

Wenn Anzeichen bestehen, dass in der unteren Brutraumzarge noch Brut ist, wird eine "verdächtige" Wabe gezogen. Die dabei entstehende Wabengasse gibt den Blick auf die Nachbarwaben frei. Noch vorhandene Brutwaben der unteren Brutraumzarge hänge ich an den Rand der oberen Brutraumzarge. Deren Randwaben wurden nicht bebrütet, sie enthalten Futter als Honig oder/und Bienenbrot und wechseln in den ehemaligen Honigraum.

Danach wird das Volk wieder zusammengesetzt: Der obere Brutraum kommt auf den Gitterboden und darauf der Honigraum. Dann wird eine Leerzarge aufgesetzt, in die die Bienen der Waben der unteren Brutraumzarge abgeschüttelt werden. Diese zwei Jahre alten Waben sammele ich bienenfrei in einer Zarge, sie werden später dem Wachsschmelzer zugeführt.

Zu betonen ist, dass das Umhängen von Brutwaben die Ausnahme ist. Es fällt in der Regel nicht an, wenn das Einengen erst nach Mitte August durchgeführt wird.

Behandeln mit Ameisensäure

Die aufgesetzte Leerzarge nutze ich als Verdunstungsraum für die Behandlung mit Ameisensäure. Diese Behandlung ist bei mir ruckzuck eingeleitet: Saubere Windel einschieben, Dispenser mit aufgelegtem Docht einstellen, die zuvor mit 100 Milliliter Ameisensäure gefüllte und nicht gekühlte (!) Medizinflasche mit Tropfauslauf aufschrauben, sich vergewissern, dass der Tropfauslauf im Flaschenhals steckt (und nicht in ihrer Verschlusskappe), die Flasche auf den Dispenser stülpen, Volk mit Innendeckel und Blechhaube verschließen. Die Folie findet während der Behandlung auf dem Innendeckel Platz.

Ich beginne die Behandlung nur, wenn es laut Wetterprognose während ihrer Dauer sommerlich warm ist und die Temperaturen über 20 °C liegen. Dann laufen die aufgestülpten Flaschen innerhalb von drei bis vier Tagen leer. Wenn dieses Leerlaufen vom Wetterverlauf her zu erwarten ist, rücke ich nach vier Tagen mit Futtersirup und Futtergefäßen an.

Bei jedem Volk werden die Windel gezogen und die Zahl der abgefallenen Milben geschätzt. Es sollten etwa 20 Prozent der aufgrund der Gemülldiagnose im Volk kalkulierten Milben gefallen sein. Dann entferne ich die Behandlungsutensilien, lege die Folie so auf den Bienensitz, dass hinten ein Spalt bleibt, durch den die Bienen in die Leerzarge gelangen können, stelle eine Stapelbox als Futtergefäß auf die Folie und fülle sie je nach Futtervorrat in den Waben mit bis zu zwölf Litern Sirup. In den Sirup kommt eine Schwimm- und Aufstieghilfe Marke "Natur" wie Gras, Korken, Zweige oder Kiefernzapfen.

Wenn die Windeln wieder eingeschoben werden, weil der gesamte durch die Ameisensäurebehandlung ausgelöste Milbenfall erfasst werden soll, ist der nächste Standbesuch nach drei bis fünf Tagen fällig. Dann kontrolliere ich auch die Futterabnahme und fülle die Gefäße dort nach, wo mehr als zwölf Liter Sirup zu Winterfutter verarbeitet werden sollen.

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